Rezension: The Selection

"What do you think my chances might be of finding a soul mate in the group of you?" 
(S. 187)



Verlag: HarperCollins
Preis: 7,60 € (Taschenbuchausgabe)
Seiten: 327
Autor: Kiera Cass
Genre: Dystopie
Reihe: 1. Teil einer Trilogie
Sprache: Englisch (Let's read it in english 1/10)




Worum geht's?
In einer Welt, in der die unteren Kasten hungern, ist "The Selection" die Chance einer jeden jungen Frau. Die ausgewählten Damen kämpfen um das Herz des Prinzen.
America verlässt dafür nicht nur ihre gewohnte Umgebung, sondern auch ihren (Ex)Freund.

Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?:
Ich bin ja sonst nicht der typische Cover-Käufer, aber eine Dystopie, die so schön aussieht, musste ich aber haben. Vorsichtshalber habe ich es aber nur in der Taschenbuchausgabe gekauft.

Erwartungen an das Buch:
Bei "The Selection" war Unmut eigentlich schon vorprogrammiert, denn ich hatte einige Rezensionen gelesen, die es als absolut oberflächlich beschrieben.
In etwa wie "Topmodel-Serie als Dystopie". Nun muss ich zugeben, dass ich nicht nur Dystopien mag, sondern auch die absolut oberflächliche Sendung "Germany's next Topmodel" mit der nervigen Moderatorin.
Mit wenigen Erwartungen stürzte ich mich ans Werk und war dennoch nicht gewappnet für diese desaströse "Dystopie".

Erwartungen erfüllt?
Das Dumme ist: Es will weder das eine noch das andere sein und am Ende ist es einfach gar nichts.

Als Dystopie verfehlt es seinen Sinn durch ein absolut undurchdachtes, bis völlig einseitiges Setting und eindimensionale wie widersprüchliche Charaktere.
Zum einen ist da der Prinz, der keine Ahnung hat, was in seinem eigenen Land vorgeht und von America aufgeklärt werden muss, aber andererseits wählt er ganz strategisch Favoriten aus, weil diese z.B. besondere Kontakte zu wichtigen Nachbarländer haben sollen.
Es kam mir so vor, als ob seine Intelligenz immer ein- und ausgeschaltet wurde, wie es der Autorin gerade passte.

Auch Americas (Ex)Freund ist in seinem Verhalten derart blöd und dadurch verletzend, dass er wunderbar zu der Protagonistin, das naive Dummchen mit dem riesen Herzen (immer um das Leben ihrer Kammerzofen bemüht), passt. Tatsächlich ist es America, die dem ganzen die Krone aufsetzt. Ständig wird sie als so "herzlich", "selbstlos" und "bescheiden" dargestellt, aber auf eine derart verquere Weise, dass gerade mir das Gegenteil wahrer vorkam.
Zum Beispiel gab es die Szene, wo sie etliche Glückwünsche annimmt und Autogramme gibt und den Lesern als so herzliches und einnehmendes Wesen dargestellt wird. Nur leider wird im Nebensatz erwähnt, dass die anderen Mädchen 20 Minuten auf sie warten mussten.
Oder ihr wirklich richtig armer Freund, der nicht mal genug zu Essen hat, schenkt ihr Geld und sie nimmt es an, obwohl sie davon weiß. Aber was gibt es denn schöneres, als solche Liebesbeweise, die auch noch so nett klimpern können?
Ich könnte ewig so weitermachen, aber dann würde ich zu viel spoilern.

Gut, als Dystopie ist die Idee einfach viel zu schwach, als eine Art Castingshow fällt es aber ebenso durch, da die Mädels nicht viel im Wettbewerb stehen, bzw. durch die eingeschränkte Perspektive von America man gar nicht mitbekommt, warum nun die anderen vom Prinzen rausgewählt werden. Dazu bekommt man nicht alle Namen der Damen gesagt, nur sehr wenige werden etwas näher vorgestellt, sind aber natürlich nur Klischees, da gibt es "die Gemeine" und "die nette Freundin" und "die Stille" etc.pp.
Gerade weil so wenige näher charakterisiert wurden, hätte man das besser lösen können.
Zudem empfand ich es als großes Manko, dass es so oberflächlich bzw. unrealistisch kritisch war.
Im Sinne von: Der Prinz hat sein ganzes Leben noch nie davon gehört, dass in seinem Land mit acht Kasten Hunger herrscht. Er ist natürlich derart entsetzt darüber, dass er sich gezwungen fühlt, zu helfen.
Diese Aktionen empfand ich als so merkwürdig gestelzt, die konnte ich einfach nicht Ernst nehmen.

Dennoch muss ich sagen, hatte das Werk einen gewissen Unterhaltungswert. Kennt ihr das, wenn ihr so richtig schlechte Schauspieler sieht und euch darüber schlapplachen könnt? So ging es mir mit Plot und Protagonisten jedenfalls. Das Setting ist einfach nicht der Rede wert; die Hintergrundgeschichte wird auf einer halben Seite abgehakt.
Doch ich muss sagen, ich habe befürchtet, dass ich in Kitsch ertrinken würde, von wegen "seine Augen sind grüner als die saftigste Wiese", aber das war nicht schlimmer, als in anderen Jugendbüchern.

Auch muss ich positiv anmerken, dass der Schreibstil schön einfach war, sodass jemand wie ich, die nie gut in Englisch war, gar keine Probleme hatte.

Fazit
Oberflächlicher Schmu, der Tiefgründigkeit vorheuchelt. Plot und Protagonisten sind lächerlich, ein wohldurchdachtes Setting ist nicht vorhanden. Unterhaltungswert durch Widersprüche und Klischee(charaktere) ist gegeben. Dieser ist auch das einzige Regalbrett, welches dieses Buch von mir erhält.

Trollbuch


Danach dachte ich, konnte es ja eigentlich nicht schlimmer werden, aber wartet einfach die nächste Kurzrezension meinerseits ab.

Beitrag von Egoliquida

Kommentare:

  1. Hui, das Buch ist auf meinem Wunschzettel GEWESEN.

    Habe es sofort gelöscht nach deiner Rezension, die übrigens sehr schön geschrieben ist.

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    1. Ja, kann ich verstehen.^^ Danke für das Lob. :)

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  2. Ich hab deine Rezension jetzt nur überflogen, weil ich das Buch schon auf dem Kindle habe. Aber so richtig lesen will ich es jetzt nicht mehr. xD Ach man.
    Jetzt bin ich ja gespannt, was da noch schlimmer abgeschlossen hat. Irgendwas, was man kennt? :D

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    1. Äh, ja^^
      Weißt du, "The Selection" hatte wenigstens noch einen Unterhaltungsfaktor, wenn auch auf unterem Niveau. Beim noch schlechteren Buch konnte ich mich nur aufregen oder langweilen (je nach Perspektive^^).

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  3. Ursprünglich wollte ich das Buch gerne mal lesen, da die Idee relativ spannend klang, aber dann kam die Flut der negativen Rezensionen und ich dachte mir, ich würde mich über die angesprochenen Punkte eh nur aufregen und es wäre Geldverschwndung ;-)
    Schade, denn der Schreibstil las sich auch für mich beim Reinlesen wirklich schön.

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    1. Also der Schreibstil ist ganz angenehm, so weit ich das mit meinen Englischkenntnissen beurteilen kann.^^ Aber wenn du dich über die angesprochenen Aspekte nur aufregen würdest, dann lass es lieber. XD

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  4. Wirklich eine gelungene Rezi von dir! Mittlerweile habe ich schon so viel furchtbares über dieses Buch gehört, ich frag mich wirklich wie solche Bücher einen Verleger finden...

    Und welches Buch soll denn bitte noch schlimmer sin? ;P

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    1. Na ja, ein schönes Cover hingeklatscht und die Leute kaufen alles (leider^^).

      Eine andere Dystopie.^^

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  5. Hey, ich hab einen Award für dich. ;) http://supershero.blogspot.de/2012/08/i-your-blog-award.html

    Liebe Grüße. ♥

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  6. Ich lese dieses Buch grade und...ich kann dir so, so zustimmen. America ist weder hü noch hott, so megatoll und schön und freundlich, im Umgang zum Beispiel mit Maxon die Megazicke - und er findet's klasse *kopfschüttel* Am besten fand ich es bisher, als sie ihm einfach mal in den Unterleib tritt und er das auch noch okay findet :D
    Wäre der Unterhaltungsfaktor nicht...oh je! Schöne Rezension!

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