Kurzrezension: Meisterklasse

Vorbemerkung: Dieses Buch rezensiere ich als Kurzrezension, u.a. weil es wenige Seiten hat. Ihr findet 356 Seiten eher normal? Ich auch, aber "Meisterklasse" hat 37 Kapitel, die voneinander mit jeweils zwei leeren Seiten und einer mit abgebildeter Weltkarte, abgeteilt sind. Macht insgesamt (37*3=111; 356-111=245) 245 Seiten in einer riesigen Schriftgröße und großem Zeilenabstand.
Die Geschichte ist sehr kurzweilig und ich hatte sie nach ein paar Tagen völlig vergessen, daher finde ich eine Kurzrezension ganz passend.

"Kat dachte an ihre Mutter, die genau auf diesem Stuhl gesessen und ebendiese Akten durchsucht hatte, aber nie so dicht davor gewesen war, etwas zu finden, das so gut wie verloren war." (S.153)





Verlag: FJB
Preis: 17,95 € (gebunden)
Seiten: 356
 Autor: Ally Carter
 Genre: Jugendbuch
 Band 1 von  3






Worum geht's?
Innerhalb von zwei Wochen muss Katerine Bishop (Kat) mit ihren Freunden die entwendete Gemäldesammlung des Mafiabosses Arturo Taccone zurückstehlen, denn sonst drohe Kats Vater, der unter Verdacht steht, Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?
Vor einiger Zeit hatte es Nicy (Ohwhysosad) erwähnt. Ich habe es bei rebuy gekauft, doch leider hat der Aufkleber den Buchrücken zerstört und so stellte ich es erstmal in die hinterste Ecke, um es mir nicht ansehen zu müssen ;)

Erwartungen an das Buch?
Ein spannendes Buch über eine Meisterdiebin, die aber nicht an "Artemis Fowl" herankommt.

Erwartungen erfüllt?
Der ganze Diebescoup war eher mäßig spannend, dafür aber immer unterhaltsam. Kats ganze Familie ist in dubiose Machenschaften verwickelt und alle Charaktere sind liebenswert und verschieden. Für mich persönlich waren es zu viele Personen, jedenfalls für die Kürze des Buches. Die erklärten Verwandtschaftsbeziehungen haben mich zudem eher verwirrt, als dass sie Licht ins Dunkel brachten. ;)

Der Plot ist sehr rasant durch die vielen kurzen Kapitel, welche die häufigen Ortswechsel und das immer geringer werdende Zeitlimit markieren. Dennoch ist die Geschichte recht einfach gestrickt bzw. geradlinig, die Gemälde werden gesucht, der gefundene Ort danach observiert und am Ende steht der Einbruch als Höhepunkt.
Daneben gibt es noch kleinere Überraschungen und Wendungen, aber nichts, was an derartigem bei "Artemis Fowl" erinnert. Insgesamt war er, durch die mitunter auch humorvollen Figuren, aber amüsant.

Richtig ernst nehmen konnte ich die Story trotzdem nicht, denn leider überzeugte mich der Antagonist "Arturo Taccone" überhaupt nicht, der war eher eine Witzfigur. Klar, es wurde mehrmals erzählt, welch schrecklichen Dinge er schon getan hat und in welcher Lebensgefahr Kats Vater steckt, wo er doch im Verdacht steht, Taccones Gemälde gestohlen zu haben. Aber da liegt für mich der Fehler: Es wurde eben immer nur darüber geredet, aber nie gezeigt.
Wenn Taccone Kats Vater gekidnappt und gefoltert hätte, wäre es spannender und die ganzen Mühen, die Kat aufnimmt, auch plausibler gewesen.^^

Was mich wirklich begeistert hat, war die subtile Liebesgeschichte Beziehung zwischen Kat und ihrem besten Freund Hale. Man hat spürbar in ihren Gesprächen gemerkt, dass da mehr laufen könnte. Gleichzeitig wird direkt nichts gesagt. Allein deswegen überlege ich mir den zweiten Band auf Englisch zu kaufen. Generell war der Schreibstil sehr angenehm und die Protagonisten hatten eine individuelle Erzählstimme.

Einen Blick ist es auf jeden Fall wert, aber wer es nicht liest, hat auch nichts Großartiges verpasst.

Lesenswert? Vielleicht! 

Blog-Intern: Was haltet ihr vom neuen Hintergrund, bzw. vom Design? Fehlt euch noch etwas? Könnt ihr alles gut lesen? Was stört euch am meisten?

Bitte schreibt mir jetzt, denn noch habe ich frei. Wenn ich erstmal im August arbeite, möchte ich mich nur noch um Blogbeiträge kümmern.

 Beitrag von Egoliquida

Kommentare:

  1. Es war vielleicht nicht die beste Idee, das Buch "Meisterklasse" zu nennen. Letztendlich ist das Mädel erst wie alt? 15? Der englische Originaltitel "Heist Society" löst nicht ganz die gleichen Erwartungen aus.
    Ich mochte es auf jeden Fall sehr, aber die einzige Erwartung, die ich an das Buch hatte, war auch, dass es mich gut unterhalte sollte. Und beim Lesen hat es das definitiv getan. :D
    Ich habe den Taccone auch nie als DEN Bösewicht wahrgenommen. Was du über ihn schreibst, stimmt absolut. Mich hat diese "Romani"(?) Figur definitiv mehr interessiert.

    Das Design ist schick. :) Es ist sehr übersichtlich und man kann alles gut lesen. Ich persönlich mag es ja mit ein wenig Farbe mehr und bin kein großer Fan von so viel weißem Hintergrund. Aber wie gesagt, das sind nur persönliche Präferenzen.

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    1. Gut, Genies könnten auch jünger als 15 sein, aber das ist Kat ja definitiv nicht.
      Die Romani-Figur hat mich auch interessiert, aber das Rätsel wurde über seine Identität wurde ja nicht gelöst und deshalb verpuffte diese Spannung für mich.

      Ich habe mich für weißem Hintergrund entschiede, damit ich nicht so an eine bestimmte Farbe gebunden bin und weil ich finde, dass farbige Hintergründe einem eine ganz bestimmte Stimmung bzw. Atmosphäre aufzwingen. Aber das ist wiederum ja nur meine Meinung. :)
      Ich habe auch schon mit diesem türkisgrün einen Hintergrund gestaltet, aber der hat dann wieder nicht zu den Blau der Bewertungsherzen gepasst, und deshalb bin ich von dem Thema farbigen Hintergrund abgekommen.
      Dass es übersichtlich und schick ist, freut mich. :)

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    2. Okay, Genies können auch jünger als 15 sein, da hast du recht. Wobei ich es (wahrscheinlich genau wie du) auch als unglaubwürdig empfunden habe, dass Kat ein Genie sein soll. Innerhalb von 6 Monaten (waren es 6 Monate? xD) ALLES wieder zu verlernen, ist einfach nicht realistisch. Nicht, wenn es so in ihrem Blut sein soll, wie im Buch behauptet wird. Naja.
      Der Romani taucht im zweiten Buch auch wieder auf und ich hoffe, dass das Rätsel im dritten Band dann endlich gelüftet wird. Länger lass ich mich sicherlich nicht veräppeln. Ich find das immer ganz furchtbar, wenn Storylines so künstlich in die Länge gezogen werden.

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    3. Ich habe eine tief sitzende Abneigung gegen künstliche Spannung.^^

      Kennst du zufällig "A long long sleep"? Die Protagonistin, die Ich-Erzählerin, verrät dem Leser entscheidende Dinge nicht, die dann als "Überraschung" am Ende von ihr erzählt werden. Das fand ich auch so schlecht. Über diese künstliche Spannung kann ich mich so aufregen.

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    4. "A long long Sleep" kenne ich nicht, aber was du beschreibst erinnert mich ein bisschen an "The Thief". Wobei ich es da sehr mochte und es für mich das Buch durchaus gerettet hat, dass der Protagonist dem Leser Dinge vorenthalten hat. Es hat irgendwie funktioniert, weil er die gleichen Dinge seinen Mitreisenden auch vorenthalten hat. Dadurch war es irgendwie realistischer, falls das Sinn macht. xD

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    5. Hm, ich glaub, wenn es ein personaler Erzähler ist, würde ich das auch verschmerzen, aber in der Egoperspektive finde ich es abstrus.

      Ich meine, es ist eine Sache anderen Leuten etwas vorzuspielen, aber sich selbst auszutricksen geht schlecht. XD

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  2. Ich glaub ich fand den alten Hintergrund ein bisschen schöner, hat einfach mehr meinen Geschmack getroffen, aber dieser ist auch gut :)

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    1. Hm, ich hatte beim alten Hintergrund das Gefühl die Zweige würden mich erstechen.^^
      Der jetzige ist einfach viel ruhiger und angenehmer für meine Augen. Aber natürlich auch sehr viel weiß... andererseits, nur so sieht der Blogbereich so aus, als würde er mit dem Hintergrund eine Einheit bilden.
      Was würde dir denn am besten gefallen?

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    2. Stimmt schon, der Gesamteindruck ist ruhiger. Ich hab einfach eine Vorliebe für schwarze Silhouetten-Zweige, deshalb mochte ich den alten HG mehr :) Aber ich fand beides gut lesbar, von daher entscheide lieber danach, was du am liebsten magst.

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