Rezension: Scheiß Liebe

"Weißt du, manchmal denkt man, alles ist gut. Vielleicht hat man sogar das Gefühl, man ist glücklich. Dabei stimmt das gar nicht. Man macht sich das nur vor, um nichts verändern zu müssen." (S.62)




Verlag: Carlsen
Preis: 7,95 (Taschenbuch)
Seiten: 284
 Autoren: Thomas Brinx; Anja Kömmerling
 Genre: Jugendbuch
  Einzelband
Erscheint im Juli 2012

   


Worum gehts?

Lene lebt mit ihrer Familie und ihrem (Haus-)Schweinchen in einer Idylle. Vergesslicher Vater, Mutter filzt, Schwester spielt Gitarre, alle, besonders wenn die Großeltern kommen, gehen sich auf die Nerven, aber es herrscht dennoch merklich eine positive Atmosphäre. Jeder liebt jeden, eigentlich. Doch Lene findet einen Zettel, einen winzigen Ein-Satz-Liebesbrief an ihren Vater, der nun ja, nicht von ihrer Mutter stammt.


Meine Meinung:

Wie bin ich auf das Buch gekommen?
Das Cover spricht mich überhaupt nicht an, aber die Leseprobe auf der Seite von den Buchbotschaftern hatte mich doch sehr neugierig gemacht und ich war gespannt, wie dieses Thema umgesetzt werden würde, denn im Raum standen ja nun einige Fragen: Sagt Lene ihrer Mutter Bescheid? Und wenn ja, wie? Was passiert dann? Zersplittert die Familie? Wie reagiert der Vater?

Das Buch ist übrigens eine Neuauflage, die Erstauflage ist im Thienemann-Verlag als broschierte Version für 13,90 € erschienen und immer noch erhältlich. Das Cover finde ich sogar ein bisschen schöner.

Erwartungen an das Buch?
Ich hatte die Befürchtung, da die Altersempfehlung ab 12 ist, dass es, obwohl mich ja das Thema angesprochen hatte, ich einfach zu alt für dieses Buch bin und ich es sehr langweilig finden könnte. 

Erwartungen erfüllt?

Meine Befürchtungen waren zum Glück unbegründet. Meine Vermutung wurde bestätigt, dass gut geschriebene Jugendbücher auch Erwachsene gefallen können. Wenn man von solchen Geschichten mit 12 berührt wird, sind sie auch für 21-Jährige berührend. Besonders hier vielleicht auch, weil man ja immer mit seinen Eltern zu tun hat.

Dieses Buch hat sympathische Charaktere, die ich als sehr lebensecht beschreiben würde. Auch die Nebencharaktere, obwohl meist nur ein paar Sätze sprechend, hatten ihre ureigene Stimme. Deshalb konnte man auch sehr schnell in die Geschichte hineinfinden.

Mit der dreizehnjährigen Lene konnte ich mich gut identifizieren, denn es war für mich sehr verständlich, dass sie die Familie zusammenhalten will und mit dem Bruch der scheinbaren Idylle schwer umgehen konnte. Auch ihre ältere Schwester Rose ist gut gezeichnet. Mit ihrem aufbrausendem Temperament geht sie mit der Situation ganz anders um, als ihre harmoniebedürftige Schwester. Sie blockiert und bricht nicht nur mit ihrem Vater. Obwohl sie sehr aggressiv und ablehnend ist, habe ich sie dennoch verstanden und auch als sympathische Person empfunden, denn man hat doch stark gemerkt, wie sehr sie ihre Familie liebt. 
Selbst die Geliebte des Vaters ist nicht übertrieben nervig.

Einzig den Vater, Doktor Daniel Dunker, war mir zu überzeichnet dargestellt. Er musste halt so ein Mistkerl sein, damit der Plot funktionierte, aber so richtig abgekauft habe ich ihm seine Story nicht. Oder ich will solche Männer, die nicht ehrlich mit ihrer Frau reden, überhaupt nicht wahrhaben.

Das Schwein von Lene wiederum hat sich unbemerkt auch in mein Herz geschlichen, obwohl ich sonst kein Tiernarr bin.

Der Plot hatte zwar Klischees in sich, war aber dennoch nicht kitschig, oder zu oberflächlich, sondern so, dass mich die Geschichte um die Familie berührt hat, und ich mehrmals mit den Tränen kämpfen musste.

Viele verschiedene Schauplätze gibt es in diesem Buch nicht, denn der Augenmerk wird nicht darauf gelegt. Doch trotz der geringen Seitenanzahl sind mir doch Orte im Gedächtnis geblieben, wie z.B. Die umfunktionierte Hebebühne der Tankstelle oder der Wald, in dem das Schwein gerne leckere Eicheln frisst.

Insgesamt gesehen, ist es kein Buch, welches man unbedingt lesen müsste, aber doch ein unterhaltsames und für mich jedenfalls auch berührendes Jugendbuch.
Für Plot, Protagonisten, und Setting vergebe ich jeweils eine Regalebene und das Herz fülle ich noch mit einem zusätzlichen Regalbrett für die emotionale Tiefe.


Unterhaltsam





Beitrag von Egoliquida

Kommentare:

  1. Hmm.. hätte ich vom Cover her auch nie gelesen aber das hört sich eigentlich ziemlich gut an. Hmhmhm... WUnschliste? Nicht Wunschliste? Hach. :p

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    1. Liest dir am besten die Leseprobe durch.

      Es ist kein Super-Duper-Oh-mein-Gott-Buch sondern so ein kleines Süßes, das dein Herz erwärmt.

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  2. Sehr schöner Blog :)
    Hab mich gleich mal als Leser eingetragen :)
    Lg Jan

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  3. Tolle Rezi ;) Wer mir überlegen es auf meine Wunsch Liste zu setzen ;)
    Schau doch mal bei meinem Gewinnspiel vorbei http://meine-buecherwelten.blogspot.de/2012/06/bald-50-leser-gewinnspiel.html

    Liebe Grüße <3

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  4. Hey du wurdest getaggt :)

    http://buechersuenden.blogspot.de/2012/06/ich-wurde-getaggt.html

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    1. Hallo Lisa,

      ich habe bei den Tag schon mitgemacht, wenn du oben auf der Leiste das Herz anklickst, kommst du auf den Post. Ich habe zum Thema "Kindheit" geschrieben.

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  5. Wow das nenne ich mal ein Blogdesign :) Da kann meines zwar nicht mithalten, aber vlt. willst du trotzdem mal vorbeischauen? (:

    LG PLumi
    http://plumblossoms-leseparadies.blogspot.de/

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    1. Also, ich hab bei dir schon öfters vorbeigeschaut, aber du hast dein Design geändert, oder? Irgendwie verbinde ich dich mit dem Weltall...

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